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01.02.2018 Kent Haruf, Lied der Weite [Roman]

Victoria ist 17 und schwanger. Ihre Mutter hat sie aus dem Haus geworfen. In einer Kleinstadt in den Great Plains von Colorado im amerikanischen Nirgendwo hat sie niemanden. Ausgehungert nach Liebe und Zuwendung war der Vater des Kindes nur eine flüchtige Beziehung. Doch ihre Lehrerin Maggie will ihr helfen. Sie überredet zwei wortkarge alte Farmer das Mädchen aufzunehmen. Wer mehr bei diesem Arrangement gewinnt ist schwer zu entscheiden. Auch die beiden verschrobenen, raubeinigen Männer bekommen so eine neue Chance.
Die Geschichte zweier halbwüchsiger Brüder, deren depressive Mutter nur der Öde der Kleinstadt entkommen will, aber die Liebe, die die beiden bei ihr suchen, nicht erwidern kann, nimmt dasselbe Motiv auf: Zuwendung erfährt man nicht in der Familie sondern außerhalb.
Inmitten von Enge, Prügeleien und Härte, umgeben von der Weite einer staubigen, kargen Landschaft haben die Figuren eine Chance ihre Einsamkeit zu durchbrechen. Haruf erzählt ihre Geschichten sehr direkt und anrührend.

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