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05.08.2018 Elizabeth Jane Howard, Die Jahre der Leichtigkeit [Roman]

Britisches Großbürgertum, aber keine echte Upper Class – die Cazalets sind durch Handel zu Wohlstand gekommen. Zu ihr gehören drei sehr verschiedenartige Söhne, die mit unterschiedlicher Ernsthaftigkeit im Familienunternehmen mitarbeiten, bzw. Malerei unterrichten und noch von einer Künstlerkarriere träumen. Ihre Ehen sind zwischen tiefer Liebe, Arrangement und langsam abflauender Leidenschaft angesiedelt. Die einzige Tochter versäumt im Dienst an der fordernden Familie nahezu ihr eigenes Leben.
Großeltern, Eltern und Enkel treffen sich an unterschiedlichen Orten Londons, vor allem aber im Sommer auf dem Familienlandsitz Home Place im ländlichen Sussex. Die Idylle des englischen Sommers 1937 wird verdunkelt durch den sich abzeichnenden Krieg. Chamberlains Appeasement-Politik, die britischen Faschisten hinter Oswald Mosley und Kriegsvorbereitungen wie die Ausgabe von Gasmasken bestimmen die Schlagzeilen und treiben auch die Mitglieder der Familie um. Doch die werden auch von ihren ganz eigenen Dramen, Konkurrenz, Eifersucht, Ehebruch, ausgesprochenen und uneingestandenen Gefühlen bewegt.
Die Bereiche der Familie und die der Dienstboten sind anschaulich ausgemalt, jeder Figur widerfährt Gerechtigkeit. Die lebendigen und respektvollen Schilderungen auch der Kinder und des Personals, die fairen und würdevollen Darstellungen der Einzelnen auch in ihren schwächsten Stunden sind in einer klaren, zurückgenommenen Sprache verfasst, die auf die weiteren Bände der Cazalet-Chronik, die den Jahren der Leichtigkeit folgen werden, ungeduldig warten lässt.

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